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Blutegel, Mumia, Stierhoden und Opium ...
| ...gehörten zum Inventar einer neuzeitlichen Apotheke. |
| | | Hinrichsen, T., Jodat, B., Von Apotheken, Pillen und Kräutern, Husum 2001, S. 8 |
Zur Aufbewahrung dieser und anderer „Heilmittel“ dienten Gefäße aus Glas, Holz usw. Besonders schön und in einer Vielzahl erhalten sind Behältnisse die den Arnstädter Fayencen zuzuordnen sind. Diese wurden aus feinem weißen Ton hergestellt und mit blauer Bemalung verziert. Vorherrschende Motive sind dabei Spiralen und Blumenmuster. Besonders häufig werden geöffnete und geschlossenen Tulpen dargestellt. Umrahmt wird das Ganze oft von umlaufenden Bändern. Benannt wurden die Arnstädter Fayencen nach ihrem Produktionsort im thüringischen Arnstadt, wo sie vom Ende des 16. Jahrhunderts bis Mitte des 17. Jahrhunderts hergestellt wurden. Zu dieser Zeit fertigte man in ganz Europa Fayencen als Arzneigefäße und Tafelgeschirr. Anfänglich versuchte man damit hochwertiges chinesisches Porzellan zu imitieren, doch bald entwickelten sich viele eigene Stilrichtungen. Viele der aus Lüneburg bekannten Gefäße haben sich in Apotheken, Haushalten und Museen erhalten. Der größere Teil jedoch stammt aus verschiedenen Lüneburger Kloaken. Hier sind besonders die Abgabegefäße zu nennen, in denen den Kunden medizinische und kosmetische Salben, Kräuter etc. mit nach Haus gegeben wurden. So fanden sich auch Fragmente von drei verschiedenen Apothekengefäßen in der behandelten Kloake bei der St. Johanniskirche. Zum Vergleich weitere gut erhaltenen Lüneburger Apothekengefäße anderer Grabungen.
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